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Spiegel erklärt Neoliberalismus - und erreicht mal wieder BILD-Niveau

Wer heute noch in Deutschland die Chuzpe hat, den Neoliberalismus zu verteidigen, bemüht vor allem zwei Dinge: Die Geschichte und Ludwig Erhard. So auch in dem Artikel auf SpOn. Da werden die ehrenhaften Beweggründe für die Begründer des Neoliberalismus genannt und das Ludwig Erhard ein Neoliberaler war etc. Was - selbstredend - nicht fehlen darf, ist der Vorwurf das "Neoliberalismus" heute ein Kampfbegriff sei etc. etc.
Fehlen MUSS hingegen der kleine aber feine Unterscheid zwischen Erhards Variante des Neoliberalismus, dem Ordoliberalismus, und der heute allein existierenden Veriante, dem Monetarismus a la Friedman. Welcher Neoliberale macht heute - ausser in Sonntagsreden - Politik gegen Kartellbildung und Monopole bzw. Oligopole? In Deutschland jedenfalls niemand. Das kann man an den Privatisierungen der letzten 25 Jahre äusserst gut sehen, es wurden und werden sogar (Stichwort Energiewirtschaft oder Bahn oder Post) Oligopole und Monopole bewusst geschaffen!
Soziale Ungleichheit spielt bei der Politik der heutigen Neoliberalen ebenso wenig eine Rolle wie zerstörerischer Wettbewerb. Einer der Verantwortlichen für die Ausgestaltung der sozialen Marktwirtschaft in diesem Lande, Alfred Müller-Armack bezeichnete die soziale Marktwirtschaft als "dritten Weg" zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Die christliche Soziallehre war für ihn das zweite Standbein der sozialen Marktwirtschaft. Norbert Blüm ist demnach wohl eher ein Neoliberaler im Erhardschen Sinne als jene, die sich heute als neoliberal bezeichnen.

Im letzten Absatz des Artikels fabuliert der Autor darüber das "Niemand (...) Erhard als einen Neoliberalen beschimpfen würde". Selbstverständlich nicht. Erhard war ein Ordoliberaler.
Aber solche "Kleinigkeiten" dürfen selbstredend nicht in Artikeln der neoliberalen Kampfpresse auftauchen. Denn wenn publik wird das sich die Ideologie und die Politik Erhards massiv von dem unterscheiden, was die Neoliberalen heute fordern, würde schon mittelfristig diese Ideologie in Deutschland keine Chance mehr haben. Und das muss aus Sicht dieser Medien natürlich vermieden werden.

Achja: Der Autor, Christian Reiermann, kommt von der Welt am Sonntag, aus dem Springer-Konzern. Was wohl ebenfalls so einiges erklärt.
8.2.08 09:08
 



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